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(geführt im Oktober 2012)


NM: Für den Fall, dass euch doch jemand noch nicht kennen sollte: Könnt ihr euch kurz vorstellen?

Dancette: Hallo, mein Name ist Dancette Pleasure und ich performe hinter dem Mikro und hinter der Glitterkanone bei The Pleasures. An der Gitarre und in der Leggins spielt Curtis Cheiron Pleasure, am Bass und unter den blauen Haaren ist Sensai Pleasure, hinter dem Drumset und unter den längsten Haaren der Band sitzt Disco Pleasure und an der LED-Gitarre im Gehrock haben wir Neo Patra Pleasure!


NM: The Pleasures existieren bereits seit dem Jahr 2004. Wie kam es überhaupt zur Gründung der Band?

Dancette: Frühere Bands, in denen ich spielte, waren mir einfach zu uninszeniert. Ich wollte schon immer in einer wild geschminkten, hochtoupierten sowie schrillen Band spielen, aber finde so eine erst mal. In Hamburg traf ich zum Glück genug Gleichgesinnte, die von ihren viel zu braven Bands etwas Abstand brauchten. Mit Lord Pleasure, den ich noch aus seiner Ex-Band Philiae aus meinen jubilee*-Zeiten kannte, wurden schnell in seinem Studio die ersten Songs aufgenommen und zusammen mit Sensai, Son & Sin Derelllo stand dann schnell das erste Live-Line Up und der Rest ist Musikgeschichte. Im ersten Video »Yes it's Us« ist am Bass übrigens noch Valentine Pleasure zu sehen.


NM: Was darf man sich unter eurer Musik vorstellen bzw. was darf man von ihr erwarten?

Dancette: In erster Linie machen wir englischsprachige Rockmusik, die sich vor allem showtechnisch an den Elementen des Glamrocks bedient. Erwarte also wildes Gitarrenspiel, schreiende Melodien, poppige Mitsingrefrains, tief- und abgründige wie absurde Texte, schwere Streicherharmonien und auch die ein oder andere Überraschung, die man auf einem Glamrockkonzert nicht erwartet.


NM: Habt ihr musikalische Vorbilder? Wenn ja, welche?

Dancette: Ach du Schande, nein! Dann würden wir ja am Ende vielleicht noch wie diese klingen!? Für mich gesprochen habe ich keines außer meinem eigenen Spiegelbild. ;-)


NM: Dieser Tage kommt euer neues Album »Socks, Drags & Rock'n'Roll« auf den Markt. Das klingt nach einer Menge Spaß! Was könnt ihr uns darüber erzählen?

Dancette: Zunächst wird es der beste und vierteste Longplayer von The Pleasures aller Zeiten! Viele der Songs darauf entstanden in einer Sommerresidenz auf Sylt. Teilweise lagen wir sogar am Strand in Strandkörben und schrieben drauf los. Im gleichen Jahr ging's noch auf Hollandtour und sogar auf der Straße wurden Songs weiter ausgearbeitet. Die riefen mich Sensai und Neo während einer verschlafenden Tour in ihren Wagen, fuhren auf die holländische Autobahn und spielten mir währenddessen ihr neustes Werk vor. Das war für mich ein manischer Moment und ich hörte »If you won´t stop then I'll start« zum ersten Mal, zu dem ich wenig später den passenden Text schrieb.

Curtis: Der Titel bedeutet für mich alles, was mir Spaß macht: Socks  weil diese cool und sexy sind, Drags: weil diese hübsch anzuschauen sind. Rock n Roll: weil es für einen Weg in meinem Leben steht, für den ich mich entschieden habe.


NM: Wird es eine Single-Auskopplung geben und wenn ja, könnt ihr schon sagen, welcher Song das sein wird? 

Dancette: In Zeiten von gezielten Downloads und fetten Booklets glaube ich nicht mehr so recht an Singles. Die haben nie ein Booklet oder Texte und maximal nur 2 Songs drauf. Man sollte sich besser gleich unsere ganze CD kaufen, dann verpasst man auch ganz sicher nichts.

Curtis: Kann schon sein, es gibt einige Songs, die das Potential dafür haben. Darüber haben wir noch keine Entscheidung getroffen, wir freuen uns zunächst auf das Erscheinen des Albums und hoffen, dass unsere alten und neuen Fans sich darüber genauso freuen, dass es fertig ist.


NM: Wenn wir schon bei einer Menge Spaß sind, kommen wir zu euren Live-Auftritten. Mit wem würdet ihr gerne einmal gemeinsam spielen? Egal, wie realistisch oder unrealistisch es auch sein mag... 

Dancette: Nachdem wir es bereits vor Hanoi Rocks, Tuff und dem lebendigen Rest von T-Rex geschafft haben, wäre mir eine besondere Ehre vor Axl´s Guns'n'Roses-Show zu spielen. Oder vor Brian May und Roger Tylor, die sich noch immer Queen nennen.

Curtis: Ich habe den Wunsch mit guten Musikern und netten Leuten Musik zu machen. Dabei kommt es nicht drauf an, wie bekannt oder erfolgreich jemand ist. Hauptsache, unsere Spielfreude und Zusammenarbeit überträgt sich auf das Publikum, dann geht für mich schon ein großer Wunsch in Erfüllung.


NM: Auf der Bühne tragt ihr viel Glitzer, Pailletten und nennen wir es »aktive« Farben, wie viel davon schafft es in euren Alltag?

Dancette: Sehr viel! Ich habe kaum musterfreie Hosen in meinem Schrank und stehe einfach viel zu sehr auf all diesen Klimbim. Auch daheim bevorzuge ich enge Leoleggins in Neonfarben und wenn´s regnet, trage ich statt Gummistiefel Absatzschuhe, da man mit diesen in tieferen Pfützen stehen kann. Ich liebe diese Band, denn endlich kann ich auch ganz offiziell so sein, wie man gerne glitzert und die Mädels fahren voll drauf ab.

Curtis: Je nach Stimmung und Anlass. Aber rockige Accessoires, Armbänder und Ketten sind meistens dabei.


NM: Der Song »1.000.000.000 Friends«, welcher live schon einige Male zu hören war, wird auch auf dem neuen Album sein. Wie steht ihr zu der ganzen Thematik »Social Networks«, ist es eine Chance oder eher ein Fluch? 

Dancette: Für uns war das soziale Netzwerk schon immer eine große Chance. Damit konnten wir unseren Fans endlich noch näher sein und Demos, Videos etc. schneller verbreiten. Stell Dir mal vor, eine Band müsste es heute erst mal ins Fernsehen schaffen, damit die Fans das neuste Video sehen können? Im sozialen Netzwerk geht das umgehend ohne lange Umwege. Ebenso kann man seine Shows und Musik gezielt bewerben und muss keine astronomischen Beträge an Verlage von Magazinen zahlen, die eh kaum noch wer liest.

Curtis: Das ist wie in einer Beziehung: Jeder sollte das Positive für sich daraus mitnehmen, wenn das Negative überwiegt  abmelden. Um Kontakt zu vielen Leuten zu haben sind Netzwerke gut. Man sollte nicht zuviel Privates preisgeben, genau wie im »cyberlosem« Leben.


NM: Wird es zu einem (oder auch mehreren Songs) ein Musikvideo geben? 

Dancette: Es war für diesen Herbst ein Videodreh geplant, doch dann bekamen wir plötzlich immer mehr Ideen zur unsere kommenden Unpluggedshow und wir haben einfach mal darauf unsere Fokus gelegt. Eine Art Videodreh gab es für uns in diesem Jahr, als wir an einer Tankstelle mit versteckter Kamera Passanten mit Glamrock überraschen durften, was dann gleich als Werbespot jenes Spritverkäufers auf sämtlichen Kanälen lief.

Curtis: Darüber reden wir noch. Heutzutage werden ja kaum noch Videos (außer auf YouTube) gezeigt. Die Zeiten in den Videocharts gelistet zu sein sind z.Z. vorbei, ich würde lieber den Focus auf gute Songs und schöne Liveshows setzen. Wenn wir beschließen, dass es ein Video geben soll, dann wird dies ein gemeinsamer Beschluss werden.


NM: Bisher stehen in diesem Jahr noch vier Shows an, was erwartet uns danach? Gibt es schon irgendwelche konkreten Pläne für folgende Shows?

Dancette: Ich arbeite im Grunde ständig an neuen Shows. Im Moment laufen Gespräche über ein paar neue Shows in England, die wir im zweiten Quartal hoffentlich spielen.


NM: In diesem Jahr gebt ihr wieder eine »Unplugged Show« in Hamburg. Wie kam es dazu?

Curtis: Bei der letzten Show, letztes Jahr in Hamburg, hat von vielen Seiten einfach viel geklappt. Die Menschen, die uns geholfen haben, den Gig zu realisieren, die Betreuung und die Fans waren super. Die Stimmung mit Publikum war sehr angenehm und nah. Das gefällt mir immer. Deshalb haben wir uns sehr schnell dafür entschieden, dass dieses Jahr wieder eine Unplugged Show stattfinden soll.

Dancette: Das mag vielleicht süffisant klingen, aber im Ernst »wegen der großen Nachfrage«. Unsere Unpluggedshow im Jahre 2011 scheint ein derartiger Erfolg gewesen zu sein, dass das Publikum uns quasi mit Anfragen für das Jahr 2012 »bombardierte«. Deshalb wurde die Unpluggedshow für dieses Jahr, die am 19.12. im Club Hörsaal auf der Hamburger Reeperbahn stattfindet, auch fast schon ein Jahr vorher in den Medien angekündigt. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr, an diesem Abend unser geliebtes Publikum von nah und fern verglitzern zu dürfen! Ihr seid die Größten und ohne Euch wären wir nicht The Pleasures!!!!



Vielen Dank für das Interview und die Zeit.
Wir wünschen The Pleasures viel Erfolg für die kommenden Konzerte und ihre weitere Karriere.