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Am 10. Dezember 2013, acht Jahre nach der Veröffentlichung des Debut-Albums, erblickt mit »The Royal Brigade« der zweite Longplayer der Bandgeschichte von Malice in Wonderland das Licht der Rock-Welt.

Eingeläutet wird der neue Silberling mit »Diamonds«, einem Song mit einem gewissen Intro-Potential, der hauptsächlich die intensive und einprägsame Stimme von Sänger Chris Wicked in den Vordergrund rückt und ihr die Möglichkeit lässt, auf melancholische Art und Weise auf das hinzuleiten, was nun folgt.

Nach der Melancholie folgt der Rock’n’Roll, den jeder Hörer erwartet, wenn er es je zuvor mit Malice In Wonderland zu tun hatte. Mit gleich mehreren Stücken, ausgewogen jonglierend zwischen Rock und Beinahe-Midtempo, verwöhnt das Quartett die Ohren in gewohnter Manier. Unter dieser ersten Rock-Welle befindet sich auch die bereits im Sommer des Jahres vorab ausgekoppelte Single »Live For Today«.
Auch wenn die rockigere Gangart über eine ganze Zeit konstant beibehalten wird, so geht auch der typische melancholische Touch, der die Musik von Malice In Wonderland ausmacht, nie ganz verloren. Mal zeichnet er sich in einzelnen instrumentalen Elementen ab, ein andermal lediglich innerhalb der lyrischen Stilmittel. Thematisch bewegt man sich innerhalb der ersten Songreihe jedoch insgesamt stetig in positiveren Gefilden. Malice In Wonderland plädieren darauf loszulassen, das Leben zu leben, welches man leben möchte und es in vollen Zügen zu genießen. Negative Gefühle, die da sind oder da waren, werden hinter sich gelassen. Mit dieser Grundeinstellung lädt die Band ihre Zuhörer regelrecht zum Feiern ein.

Erst nach knapp über der Hälfte des Albums wird das Tempo zum ersten Mal wieder enorm gedrosselt. An dieser Stelle gibt es auch einen plötzlichen kompletten Bruch, was die positive Haltung angeht. »Like The Desert Miss The Rain« ist DIE Ballade des Album und zeitgleich thematisch gesehen an Schwere, Melancholie und sogar Trauer nicht mehr zu übertreffen. Auch durch die musikalischen Mittel wird dies deutlich. Zunächst lediglich durch eine Gitarre begleitet und der beinahe zerbrechlich wirkenden Stimme Chris Wickeds, mausert sich der Song mit voranschreitender Zeit und hinzukommenden Instrumenten immer mehr bis hin zum kraftvollen, aber schweren letzten Refrain.

Nach dieser gelungenen Abwechslung reitet man weiter auf der rockigeren Welle, die allerdings gegen Ende des Albums – vor allem mit »Darkened Soul« und »Have No Fear« – nun deutlich mehr vom Melancholie-Touch abbekommt als noch die Songs der ersten Hälfte. Dabei bedeutet das jedoch keinesfalls, dass man an Qualität und Eingängigkeit einbüßt. Vielmehr wird hier mit diesem thematischen Umschwung gekonnt auf das Ende des Albums hingeführt.

Mit dem elften Stück schließt »The Royal Brigade« schließlich seine Pforten, wobei man gerade diesen abschließenden Song noch einmal hervoheben muss. Bei »A Tear And A Whisper« handelt es sich um einen weiteren Song, dessen Schönheit und Stärke sich allem voran in der melancholisch-intensiven Stimme des Sängers ausmachen lässt, welche
anfangs nur von einer Gitarre begleitet wird und getragen wird. In Tempo und Stil bildet dieses Stück damit einen gelungenen Abschluss für ein rundes Album.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wie auch schon beim Vorgänger verstehen es die Norweger mit ihrer ausgewogenen Mischung aus solidem, eingängigen Rock und melancholischen Klängen zu überzeugen und bleiben damit absolut ihrem bewerten Stil ohne große Überraschungen treu. Allerdings präsentieren sich bei »The Royal Brigade« die rockigen Stücke noch eine Spur rockiger und die balladesken Stücke im Gesamten noch eine spur melancholischer, was für eine logische musikalische Weiterentwicklung spricht, bei der die bewerten Stärken weiter ausgebaut wurden.
Trotz allem Touch an Melancholie verstehen es Malice In Wonderland Stücke zu schreiben, die dem Hörer eine positive Grundstimmung vermitteln und ihn (speziell auch auf Live-Konzerten) dazu veranlassen sich einfach nur gut zu fühlen.
Um abschließend einige Anspieltipps zu nennen: Liebhabern der eindringlichen Stimme von Chris Wicked darf man auf jeden Fall die Songs »Diamonds«, »Like The Desert Miss The Rain« und A Tear And A Whisper« ans Herz legen. Wer es hingegen vor allem rockig mag, kommt an »Live For Today« auf keinen Fall vorbei.


©Text Sarah ‚Greeny’ & Konstanze